KURZ ERKLÄRT

Ein Claim Review prüft, ob eine Marketingaussage genau das behauptet, was verfügbare Belege tragen. Entscheidend sind Wortlaut, Geltungsbereich und sichtbare Bedingungen. Prüfe zuerst die inhaltlich riskanten Aussagen und ändere Formulierungen, wenn Belege fehlen oder weniger weit reichen. Das Ziel ist verständliche, belastbare Kommunikation, die Käufer sachlich beurteilen können und Fachpersonen verantworten können.

Wie dieser Arbeitsschritt in eure Content-Strategie passt, zeigt der übergeordnete Guide B2B Content Marketing: Von der guten Idee zur qualifizierten Anfrage.

Prüfbare Aussagen herauslösen

Markiere Zahlen, Vergleiche, technische Zusagen, Zeitangaben und absolute Begriffe wie „immer“ oder „vollständig“. Prüfe auch Aussagen in Diagrammen, Überschriften und Bildunterschriften. Eine vorsichtige Einschränkung im Fließtext repariert eine übertriebene Hauptüberschrift nicht zuverlässig. Schreibe jede Aussage in eine Prüfliste mit Fundstelle und verantwortlicher Rolle. Unterscheide Sachbehauptungen von klar erkennbaren Zielsetzungen. Wenn eine Formulierung mehrere Versprechen verbindet, zerlege sie. Erst dann lässt sich erkennen, ob alle Teile denselben Beleg haben oder einzelne Bedingungen unzulässig verallgemeinert werden.

Beleg und Aussage direkt vergleichen

Öffne die Originalquelle und prüfe, was tatsächlich untersucht oder dokumentiert wurde. Achte auf Definitionen, Zeitraum, untersuchte Konfiguration und Ausschlüsse. Eine Fallstudie über einen einzelnen Einsatz belegt nicht automatisch ein typisches Ergebnis. Eine Produktfunktion beweist keine bestimmte wirtschaftliche Wirkung. Notiere die genaue Grenze des Belegs in eigenen Worten. Wenn nur eine interne Behauptung vorliegt, bleibt die Aussage offen. Entscheide nicht anhand der Bekanntheit der Quelle, sondern anhand der Frage, ob sie diesen konkreten Wortlaut mit diesem Geltungsbereich trägt. Mehr dazu im Leitfaden Recherche-Dossiers für belastbare B2B-Inhalte aufbauen.

Themenübersicht: Prüfbare Aussagen herauslösen; Beleg und Aussage direkt vergleichen; Bedingungen lesbar formulieren
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Bedingungen lesbar formulieren

Bringe notwendige Voraussetzungen in die Nähe der Aussage. Wenn ein Ergebnis nur für eine bestimmte Konfiguration gilt, darf diese Bedingung nicht in einer schwer erreichbaren Fußnote verschwinden. Vermeide eine Anhäufung von Einschränkungen, die den eigentlichen Satz unverständlich macht. Formuliere stattdessen enger und konkreter. Ersetze beispielsweise eine allgemeine Automatisierungsbehauptung durch die Beschreibung des tatsächlich automatisierten Schritts. So bleibt die Aussage nützlich und Leser können erkennen, welche Aufgaben weiterhin manuell erfolgen oder von zusätzlichen Einstellungen und Freigaben abhängen.

Hypothetische Korrektur zeigen

Angenommen, ein Entwurf behauptet: „Unsere Lösung beseitigt alle manuellen Datenprüfungen.“ Die Dokumentation zeigt jedoch nur eine automatische Prüfung definierter Pflichtfelder. Die überarbeitete Aussage lautet deshalb sinngemäß, dass diese Pflichtfelder automatisch geprüft werden und fachliche Kontrollen weiter nötig sein können. Das hypothetische Beispiel beschreibt keine reale Produkteigenschaft. Es zeigt den Prüfweg vom weitreichenden Versprechen zum belegbaren Mechanismus. Dabei wird die Aussage nicht lediglich abgeschwächt, sondern genauer: Käufer erfahren nun, welche konkrete Funktion sie im eigenen Prozess berücksichtigen können.

Drei Aspekte: Bedingungen lesbar formulieren; Hypothetische Korrektur zeigen; Fachprüfung und weitere Zuständigkeiten klären
Redaktionelle Übersicht zum Inhalt. Drei Aspekte: Bedingungen lesbar formulieren; Hypothetische Korrektur zeigen; Fachprüfung und weitere Zuständigkeiten klären

Fachprüfung und weitere Zuständigkeiten klären

Ordne technische Aussagen einer Fachperson und Ergebnisangaben den Verantwortlichen für die zugrunde liegenden Daten zu. Aussagen mit rechtlicher Bedeutung sollten die dafür zuständigen Rollen prüfen. Redaktionelle Genauigkeit ersetzt keine solche fachliche Prüfung. Halte Rückmeldungen mit Datum und Fassung fest. Wenn mehrere Prüfer widersprechen, kläre zuerst die jeweiligen Voraussetzungen statt per Mehrheitsentscheid über Fakten abzustimmen. Definiere außerdem, wer nach einer wesentlichen Textänderung erneut prüfen muss. Sonst kann eine bereits freigegebene Aussage durch spätere Zuspitzung wieder einen anderen Inhalt bekommen.

Freigaben pflegbar dokumentieren

Bewahre Aussage, Beleg, Einschränkung und freigegebene Fassung zusammen auf. Vermerke Änderungen, die eine neue Prüfung auslösen, etwa ein Produktupdate oder eine geänderte Messmethode. Übertrage eine Freigabe nicht automatisch auf andere Kanäle: Ein gekürzter Anzeigenclaim kann Bedingungen verlieren, die auf der Website sichtbar waren. Prüfe die tatsächliche Darstellung vor Veröffentlichung. Priorisiere später jene Aussagen, deren Fehler Kaufentscheidungen besonders beeinflussen würden. Ein brauchbarer Claim Review endet mit klarer Freigabe, konkreter Änderung oder begründeter Zurückstellung und nicht mit einem unbestimmten Hinweis, vorsichtiger zu formulieren. Mehr dazu im Leitfaden Quellen in KI-Antworten: Belege auf Aussageebene prüfen.

Führe dafür ein formatübergreifendes Aussagenregister: Aussage, Quelle, Bedingungen, verantwortliche Person und bekannte Verwendungen gehören zusammen. Wenn dieselbe Zusage im Whitepaper, Sales-Deck und auf einer Leistungsseite steht, müssen relevante Änderungen alle drei Fassungen erreichen. Das Register prüft die Substanz und Verbreitung einer Aussage; eine einzelne Seitenfreigabe zeigt dagegen nur den Zustand des jeweiligen Dokuments. Halte auch bewusste Ablehnungen fest, damit eine früher verworfene Formulierung nicht im nächsten Format erneut als vermeintlich neue Idee erscheint.

INTERAKTIV / VOM LESEN ZUR ANWENDUNG

Drei Prüfpunkte für eure Umsetzung

Wähle einen Punkt und halte deinen persönlichen Lesefortschritt fest. Die Häkchen werden weder gespeichert noch übertragen und sind keine Bewertung eures Unternehmens.

PRÜFPUNKT 01

Bedingungen lesbar formulieren

Bringe notwendige Voraussetzungen in die Nähe der Aussage.

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PRÜFPUNKT 02

Hypothetische Korrektur zeigen

Angenommen, ein Entwurf behauptet: „Unsere Lösung beseitigt alle manuellen Datenprüfungen.“ Die Dokumentation zeigt jedoch nur eine automatische Prüfung definierter Pflichtfelder.

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PRÜFPUNKT 03

Fachprüfung und weitere Zuständigkeiten klären

Ordne technische Aussagen einer Fachperson und Ergebnisangaben den Verantwortlichen für die zugrunde liegenden Daten zu.

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Häufige Fragen

Reicht ein Link als Beleg?

Nur wenn die Quelle die konkrete Aussage trägt und ihre Bedingungen im Text angemessen erscheinen.

Muss jede werbliche Aussage gestrichen werden?

Nein. Prüfe die tatsächlichen Sachbehauptungen und formuliere Nutzen konkret innerhalb der belegbaren Grenzen.

Wann ist eine erneute Prüfung nötig?

Bei inhaltlichen Änderungen, neuen Produktständen oder veränderten zugrunde liegenden Daten.

Wie lässt sich „Prüfbare Aussagen herauslösen“ praktisch umsetzen?

Markiere Zahlen, Vergleiche, technische Zusagen, Zeitangaben und absolute Begriffe wie „immer“ oder „vollständig“. Prüfe auch Aussagen in Diagrammen, Überschriften und Bildunterschriften. Eine vorsichtige Einschränkung im Fließtext repariert eine übertriebene Hauptüberschrift nicht zuverlässig.

Was ist bei „Beleg und Aussage direkt vergleichen“ besonders wichtig?

Öffne die Originalquelle und prüfe, was tatsächlich untersucht oder dokumentiert wurde. Achte auf Definitionen, Zeitraum, untersuchte Konfiguration und Ausschlüsse. Eine Fallstudie über einen einzelnen Einsatz belegt nicht automatisch ein typisches Ergebnis.

Quellen & weiterführende Dokumentation